Blogletter Sommer/Herbst 2022

Liebe Leserinnen und Leser meines Blogletters, 

Als einer der anerkanntesten Schilddrüsenexperten Süddeutschlands und weit darüber hinaus habe ich den heißen Sommer genutzt, um mich intensiv weiterzubilden. 

Ich freue mich sehr, dass Sie wieder meinen Blogletter lesen, in den die Früchte meiner langjährigen täglichen Beschäftigung mit dem gesamten Spektrum der Schilddrüsenerkrankungen einfließen. 

Übrigens: mein Team ist ergänzt worden durch engagierte, hochmotivierte und kompetente Mitarbeiterinnen. 

Wenn Sie ein Schilddrüsenproblem haben und vor der Wahl stehen: „Zu wem soll ich gehen?“ – schauen Sie genau hin, ob Sie das Original aufsuchen oder einen der Nachahmer. 

Für Alle, die es eilig haben, eine kurze Übersicht der behandelten Themen: 

Doctolib* Kinderwunsch und Schilddrüse* Nocebo-Effekt* Natürliche und künstliche Radioaktivität *wer war Emilio Segrè *Wem Jod wirklich schadet 

Doctolib: Nutzen Sie zur Terminvereinbarung einfach und bequem Ihr mobiles Endgerät und sichern Sie sich auch außerhalb unserer Sprechzeiten oder wenn das Telefon infolge zahlreicher Anfragen besetzt sein sollte. Übrigens: bei Doctolib gibt es eine Funktion, die es erlaubt, Befunde, die Sie mir zeigen wollen, hochzuladen. Dies ist eine gute Möglichkeit, wie Sie durch eine sichere Verbindung unter Wahrung des Datenschutzes mit uns Informationen teilen können. (Meine Mitarbeiterinnen sind digital kompetent und verbessern sich auch täglich in der Anwendung der neuen Informationstechnologien.) 

Kinderwunsch und Schilddrüse: eine Frau Anfang 30. Sie ist in der Familienplanung. Sie sucht einen Endokrinologen auf, es tut sich nichts. Schließlich kommt die Patientin in meine Praxis (www.schilddruesenpraxis-augsburg.de). Unter der von mir angesetzten Schilddrüsenhormontherapie kommt sie freudestrahlend kaum drei Monate später: sie ist schwanger! Meine fachliche Erfahrung hat sich wieder einmal ausgezahlt. 

Die Rolle der Gerinnungsstörungen bei wiederholten Spontanaborten wird immer deutlicher. Auch die praktisch und klinisch ausgerichtete Humangenetik spielt eine zunehmende Rolle. Das faszinierende Thema „Kinderwunsch und Schilddrüse“ wird mich als einer meiner fachlichen Schwerpunkte anhaltend beschäftigen. 

Der Nocebo-Effekt: zugegeben, ein ungewöhnliches Thema, von dem selten die Rede ist. Der Nocebo-Effekt ist das Gegenteil vom Placebo-Effekt. Von Plazebo und Plazebo-Effekt haben viele schon gehört. 

Nocebo ist lateinisch und bedeutet: „ich werde schaden“. Placebo ist ebenfalls lateinisch und bedeutet: „ich werde gefallen“. 

Nicht nur ein echtes Medikament kann Placebo- oder Nocebo-Effekte, also erwünschte oder nicht erwünschte Wirkungen auslösen. Auch jede Maßnahme, die dem Patienten den Eindruck vermittelt, es finde eine ärztliche Behandlung statt, kann zum Positiven oder Negativen ausschlagen. (Anmerkung: der leichteren Lesbarkeit benutze ich hier die 

männliche Form, es sind immer alle Geschlechter gemeint) 

Eine wahre Begebenheit aus meiner nuklearmedizinischen Facharztpraxis. vor vielen Jahren fand sich ein älterer, würdiger Herr zur Schilddrüsenszintigraphie ein. Die Untersuchung ist zu Ende, er steigt von der Scanner-Liege. Als ich ihn aufrufe, kommt er mir strahlend entgegen und gibt von sich: „Herr Doktor, das hat mir sooo gut getan, ich fühle mich jetzt vieel besser.“ Also ein Placebo-Effekt. Wohl dem, der offenen Geistes und Herzens ist. Leider ist in Sachen nuklearmedizinischer Untersuchungen das Umgekehrte sehr viel verbreiteter. 

Nicht gering ist die Zahl derer, die aus einer im Allgemeinen eher diffusen Angst oder einem Unbehaglichkeitsgefühl heraus die Szintigraphie ablehnen. Setze ich zu einer sachlich-objektiven Aufklärung an, so kann kaum jemand angeben, was genau es ist, was er oder sie da fürchtet. 

Das führt mich zum Thema Radioaktivität. 

Radioaktivität ist zunächst einmal etwas Natürliches. Wir unterscheiden hier die kosmische Strahlung, die abhängig ist von der Höhe, in der man sich befindet. (Flugpersonal bekommt eine nicht zu vernachlässigende Strahlung ab und unterliegt der Strahlenschutz-Überwachung.) Die terrestrische Strahlung geht von radioaktiven Materialien im Boden aus. Übrigens: auch jeder Mensch hat von Haus aus strahlende Nuklide in sich: das häufigste ist Kalium-40, das sich in jeder Körperzelle findet. 

Diese kurzen Bemerkungen zur natürlichen Radioaktivität mögen an dieser Stelle genügen. (Wenn Sie mehr wissen wollen, schreiben Sie mir einen Brief an die in meiner Homepage www.Schilddruesenpraxis-augsburg hinterlegte Adresse). 

Nun das Thema künstliche Radioaktivität. Pioniere waren Fréderic Joliot und Irène Curie, die 1934 das erste künstlich erzeugte Nuklid aus einer kernphysikalischen Reaktion erzeugen konnten. Für die Medizin und insbesondere für die Schilddrüsenmedizin bedeutsam wurde Technetium in seiner chemischen Variante 99mTc-Pertechnetat, das heutzutage nahezu ausschließlich für die standardmäßige, in einer nuklearmedizinischen Schilddrüsenpraxis verwendet wird (Jodisotope kommen nur bei ganz speziellen Fragestellungen, in der Regel nur in der Klinik, nicht aber in einer Praxis zum Einsatz). Dies leitet über zur nächsten Informationseinheit. 

Wer war Emilio Segrè? Dieser geniale, 1905 in Tivoli bei Rom geborene Wissenschaftler entdeckte 1937 anhand eines Molybdänpräparates ein neues künstlich erzeugtes Radionuklid. Er gab diesem den Namen Technetium. Aufgrund der dem Jodid ähnlichen Teilchengrösse wird es von der Schilddrüse aufgenommen und gibt schon in äußerst niedriger Dosis eine innerhalb weniger Stunden abklingende Strahlung ab, die von einem nuklearmedizinischen Messgerät, einer Schilddrüsenkamera, wie sie in meiner Praxis zur Verfügung steht, zur funktionellen Bildgebung verwendet werden kann (Schilddrüsenszintigraphie). Segré, der wegen seiner jüdischen Herkunft in den Jahren der faschistischen Herrschaft in Italien in die USA emigrierte, erhielt 1959 den Physik-Nobelpreis. 

Wem Jod wirklich schadet. „Tagesfrisch auf den Küchentisch“ Ich schreibe diesen Blogletter am 15.09.2022 vor Tagesanbruch. Am 14.09.2022 suchte mich eine ca. 70jährige Dame auf, die mir eine etwas gruselige Geschichte erzählte: sie war in den 1970er Jahren in einer süddeutschen Klinik vor einer Schilddrüsenoperation zur Entfernung eines heißen Knotens mit hohen Joddosen (Plummerung) behandelt worden und hatte während der Operation ein 

Kreislaufversagen, das die Aufnahme auf die Intensivstation notwendig machte. Es ging gut, die Patientin habe ich am 14.09.2022 in meiner Sprechstunde gesund und munter erlebt. Aber: es hatten sich Knoten gebildet, die die Patientin ängstigen. Wir werden das abklären und die Ratsuchende hoffentlich beruhigen können. 

Genug für diesmal. Übrigens: ich weiß, dass ich von Mitbewerbern genau beobachtet und auch immer wieder nachgeahmt werde. Das kann ich gelassen ertragen: ich entwickle mich ständig weiter und werde so meinen Vorsprung anhaltend ausbauen. Oft genug war ich schon Vorreiter einer neuen Entwicklung. 

Seien Sie gespannt, was Sie im nächsten Blogletter erwartet! (Einzelheiten halte ich bewusst zurück.) 

Falls Sie an meinem Wissen und meiner Erfahrung teilhaben wollen: Sie können mich nicht nur in meiner Sprechstunde aufsuchen, sondern mich auch für Vorträge buchen zu den Themen Kinderwunsch, Schilddrüse allgemein, Hashimoto, Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse, Autonomie der Schilddrüse. Schreiben Sie mir am besten einen Brief an Dr. Wolfgang Braun persönlich unter der in der Kopfleiste meiner Praxis hinterlegten Anschrift. 

Ich hoffe, ich konnte zur Erweiterung Ihres Wissens beitragen. (Falls Sie Patient*in meiner Praxis sind und zufrieden sind: schreiben Sie doch bitte bei Jameda einen positiven Beitrag über mich. Danke!) 

Ihr Dr. Wolfgang Braun 

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