Blogletter September/Oktober 2021

Dr. Braun goes online…

Liebe Leserinnen und Leser dieses Blogletters,
natürlich bin ich schon längst online, Sie sind ja auf meine Homepage gegangen und schauen, was es Neues gibt.

Eine wichtige Neuigkeit: seit 1. September 2021 können Sie über DOCTOLIB Termine für meine Schilddrüsensprechstunde selbst buchen. Bereits einige Wochen zuvor haben wir in unserem Praxis-EDV-System die dort vorhandene Option, den Terminkalender digital zu führen, genutzt. Der zur Gewohnheit gewordene Terminkalender in Papierform hat ausgedient, wieder einmal muss ein Ast eines Baumes weniger abgeholzt werden…

Die Digitalisierung in meiner Praxis wird weiter vorangetrieben, ich werde Sie auf dem Laufenden halten.

Bevor ich zu den medizinischen Inhalten komme, noch eine ganz dringende Bitte: gesetzlich Krankenversicherte (alle Patientinnen und Patienten, die nicht privat versichert sind und die auch nicht Selbstzahler sind) bringen bitte zu Beginn eines Quartals, also ab 1. Oktober 2021, einen auf das IV. Quartal 2021 ausgestellten Überweisungsschein zum Nuklearmediziner mit. Meine Mitarbeiterinnen sind gehalten, nur Patientinnen und Patienten mit gültigem Überweisungsschein anzunehmen. Ich bitte um Verständnis für diese notwendige Maßnahme.

Ich komme nochmals auf das Thema Allergien gegen Mittel, die zur Behandlung der Hyperthyreose (Überfunktion der Schilddrüse) eingesetzt werden zurück, die sogenannten Thyreostatika; in erster Linie Carbimazol bzw. Thiamazol, aber auch Propycil und (selten) Irenat. Nicht immer werden diese erkannt. Sie sind gar nicht so selten und ziemlich unangenehm. Sie zwingen zum Umsetzen auf ein Ausweichthyreostatikum, d.h., dass Carbimazol bzw. Thiamazol durch Propycil ersetzt werden muss. Es gibt auch sogenannte Kreuzallergien, d.h. Patienten sind nicht nur auf Thiamazol/Carbimazol, sondern auch auf Propycil allergisch.

Vor jeder Therapie sollte eine exakte Diagnose stehen. Dieser Grundsatz wird Studierenden im Medizinstudium vermittelt. Hilfreich ist deshalb vielfach (auch bei den Schilddrüsenerkrankungen) die Hinzuziehung eines spezialisierten Facharztes. Es gibt für die Unterfunktion der Schilddrüse (Hyothyreose), insbesondere aber für die Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose) verschiedene Ursachen. Wichtig: nicht jede Hyperthyreose bedarf einer spezifischen Therapie durch Thyreostatika. Es gibt auch Hyperthyreosen, die dadurch zustande kommen, dass in den Schilddrüsenzellen gespeicherte Schilddrüsenhormone z.B. durch eine Entzündung freigesetzt werden (das bekannteste Beispiel hierfür ist die akut-subakute Thyreoiditis de Quervain). Diese Hyperthyreose geht durch allmähliches Abklingen der Entzündung zunächst in einen Zustand normaler Schilddrüsenhormonproduktion (Euthyreose), in der Regel dann auch ebenso spontan in einen Zustand verminderter Schilddrüsenhormonproduktion (Hypothyreose) über.

Wurde vor der Verordnung von Thiamazol/Carbimazol keine genaue Abklärung durchgeführt und ein de Quervain-Patient entwickelt eine Allergie, so ist das zumindest unangenehm, u.U. auch gefährlich für die Betroffenen.

Nur kurz anschneiden möchte ich ein Thema, das in letzter Zeit in meiner Schilddrüsensprechstunde aktuell geworden ist: im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung wird manchmal eine sogenannte
ovarielle Hyperstimulation durchgeführt. Diese kann zu einer erheblichen Beeinflussung des Schilddrüsenstoffwechsels führen, was den angestrebten Zweck (Schwangerschaft, Geburt eines Kindes) vereiteln kann.

A.T. 10 außer Handel: vor einigen Wochen erreichten uns Anrufe von Patienten, aber auch von Kollegen, dass das Medikament
A.T. 10 (antitetanisches Prinzip 10) nicht mehr lieferbar sei. Die Aufregung war groß, einige Betroffene suchten um dringliche Sprechstundentermine nach oder baten um Rückruf. Rasch zeigte sich, dass das auslaufende Medikament (jedenfalls für mich als Erfahrenen) überraschend leicht zu ersetzen ist.

Sollten unter den Lesern dieses Blogletters noch Patienten sein, die noch nicht umgestellt sind, stehe ich gerne unter der Telefonnummer 0821-151085 für eine Beratung zur Verfügung. Dies gilt natürlich auch für alle anderen Fragen zu den Erkrankungen der Schilddrüse und der Nebenschilddrüse(n) oder bei unerfülltem Kinderwunsch (Subfertilität der Frau oder des Mannes).

Der guten Form halber eine Information: in all den Fällen, in denen nur die männliche Form (z.B. Patient) verwendet wurde, ist selbstverständlich das weibliche Geschlecht immer mitgemeint.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

Es grüßt Sie

Dr. Wolfgang Braun, Facharzt für Nuklearmedizin

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